Kleiner Ratgeber bei Problemen mit dem Kulturfolger
Typisch Waschbär Der Waschbär kommt ursprünglich aus Nordamerika. Sein Name leitet sich irrigerweise vom langen Betasten (kein Waschen) seiner Nahrung ab. Die außergewöhnlich feinsinnigen Vorderpfoten sehen aus wie Menschenhände. Als Allesfresser nutzt er pflanzliche (Samen, Nüsse, Früchte, Gemüse) und tierische Nahrungsquellen (Insekten, Amphibien, Krebse, Fische, Vögel, Vogeleier, kleine Säugetiere). Wie Stadtfüchse mit individuellen Vorlieben, fressen Stadtbären auch Banane, Schokolade, Grillhähnchen oder Pizza.
Ausgeprägtes Lernvermögen und angeborene Neugier machen ihn so erfolgreich, weshalb vor allem in Städten hohe Populationsdichten auftreten. Dies kann zum Problem werden, da sie besonders nachts über Dächer und Balkone laufen, Gärten plündern, Dämmungen zerbeißen oder Blumenkübel und Mülltonnen umkippen und durchwühlen.
Zudem können Waschbären wie Stadtfüchse Krankheitserreger auf Menschen und andere Tiere übertragen. Direkter Kontakt mit den Bären sowie indirekter Kontakt über deren Ausscheidungen sollte vermieden werden oder unter hygienischen Vorsichtsmaßnahmen erfolgen. Verantwortungsvolle Haustierbesitzende lassen ihre Vierbeiner regelmäßig impfen und entwurmen.
Detektivarbeit – Tatort Waschbär
- Stellen Sie Wildkameras auf.
- Streuen Sie Mehl oder Sand aus und untersuchen Sie die Trittspuren.
- Umwickeln Sie Baumstämme oder Fallrohre von Dachrinnen mit Klebeband (Klebeseite nach außen) und begutachten Sie verlorene Haare und Abdrücke.
- Kontrollieren Sie Dächer auf verschobene Ziegel und suchen Sie nach einemmutmaßlichen Unterschlupf. Nahrungsreste wie Federn oder tote Mäuse deuten eher auf einen Steinmarder hin.
- Achten Sie auf Latrinen. Das sind feste Stellen, an denen regelmäßig Kot abgesetzt wird. Häufig sind diese in der Nähe von Schlaf- und Ruheplätzen auf Baumstümpfen, Holzstapeln, Dächern, Dachböden und in Sandkästen zu finden. Der Kot ist meist dunkel und enthält schlecht verdaute Nahrungsbestandteile wie z. B. Samen (Vorsicht Infektionsgefahr!).
Abhilfe: Nahrungsquellen reduzieren
- Sicherung der Mülltonnen gegen Umkippen und deren Deckel gegen Umklappen mit schwerem Stein, starkem Gummi oder Tonnen mit verschließbarem Deckel nutzen.
- Vögel so füttern, dass Waschbären, Katzen und weitere Wildtiere keinen Zugang haben (z. B. Vogelhäuschen auf einen Ständer mit Manschettenschutz oder frei hängendes Vogelhäuschen).
- Obst und Gemüse direkt nach dem Abreifen ernten und Fallobst zeitnah einsammeln.
- Haustiere nicht draußen füttern. Futternäpfe sind eine willkommene Nahrungsquelle; auch für Ratten.
Schutz: Zugang verwehren
- Verschließen Sie am Gebäude alle Öffnungen, die als Ein- und Ausschlupf diene können. Öffnungen dürfen nicht größer als drei Zentimeter sein (Durchmesser). Dann halten sie zugleich auch Steinmarder ab.
- Chipgesteuerte Katzenklappen verwenden oder einen Einlass nur durch Springen ermöglichen. Waschbären sind schlechte Springer.
- Ställe und Vollieren einbruchsicher gestalten.
- Nicht verschließbare Gebäudeteile, Rasenflächen, Volieren oder Gartenteiche können mit Elektro-Zaunanlagen gesichert werden. Über die effektive Montage von Stromlitzen (Leiterdrähte) informieren Sie sich bitte bei den Herstellern.
- Sicherung von Fassaden, Fallrohren und Bäumen gegen ein Heraufklettern mit glatten Platten oder glatten Manschetten (z. B. aus Blech oder Acryl).
- Zurückschneiden der Fassadenbegrünung und Äste mit mindestens einem Meter Abstand von Gebäuden. Ein abstand von zwei Metern hält zugleich auch den Steinmarder fern.
Die Bären sind los – Was nun? Erscheint Ihnen ein Waschbär hilfebedürftig, nehmen Sie ihn auf gar keinen Fall mit nach Hause, sondern benachrichtigen Sie die zuständige Untere Jagdbehörde (Verwaltung der Kreise und kreisfreien Städte). Diese entscheidet dann, wie geholfen werden kann.
Alle Bemühungen erfolglos?
Um den Untermieter wieder los zu werden, finden Sie hier Tipps und Tricks:
Sollten die hier vorgestellten Tipps nicht zum Erfolg führen, bieten die jeweiligen Ansprechpartner/-innen der Kreisjägerschaften Beratung und Hilfe an. Der Kontakt kann über die zuständige Untere Jagdbehörde oder direkt über die örtliche Kreisjägerschaft erfolgen.
Sie wünschen mehr Informationen? Hier finden Sie einen ausführlichen Online Ratgeber:

Oder unter www.lave.nrw.de