
Vor dem Hintergrund der aktuellen Lage mit inzwischen sechs bestätigten ASP-Fällen im Hochsauerlandkreis und der dadurch notwendigen Ausweitung von Kern- und Sperrzonen veranstalten die Kreisjägerschaft HSK und der Landesjagdverband in der letzten Woche einen Informationsaustausch in Remblinghausen.
In ihrer Begrüßung betonte LJV-Präsidentin Nicole Heitzig, die Dringlichkeit der Situation und dankte der Jägerschaft, insbesondere in den betroffenen Revieren, für ihren intensiven Einsatz bei der Bejagung und Seuchenbekämpfung. Sie beleuchtete die Bemühungen der Jägerschaft seit dem ASP Ausbruch Mitte Juni 2025 in Kirchhundem und erläuterte die verschiedenen Aktivitäten des LJV seitdem. Auch der Landrat des HSK, Thomas Grosche, unterstrich in seinem Grußwort die akute Bedeutung der ASP-Situation, würdigte die Arbeit der Jäger und verwies auf konkrete Maßnahmen des Kreises in Form von personeller Verstärkung der zuständigen Veterinärbehörde, Unterstützung bei der Aufstellung von Konfiskattonnen sowie finanzielle Anreize. So wurden rund 170.000 Euro aus dem Kreishaushalt für Abschussprämien eingeplant, die der Kreis auch außerhalb der ohnehin in den Kern- und Sperrzonen vorgesehenen Aufwandsentschädigungen zahlt. Verbunden wurde diese Information aber auch mit der klaren Forderung an das Land NRW nach einer landesweiten einheitlichen Aufwandsentschädigung.
Kreisveterinärin Stefanie Hellwinkel ordnete den aktuellen Stand und die im HSK ergriffenen Maßnahmen ein und erläuterte, dass der Kreis die Schwarzwildstrecke revierscharf erfasst. Ein zentrales Thema blieb die Biosicherheit, sowohl bei der Jagd als auch bei allen begleitenden Tätigkeiten. Eindrücklich schilderte Marcus Elmerhaus, der Geschäftsführer der vor Ort tätigen Wildtierseuchen-Vorsorgegesellschaft die Bemühungen durch Zäunung und Kadaversuche die Ausbreitung der ASP zu verhindern. Ebenso eindrückliche wurde aber auch dargestellt, wie die ASP innerhalb der Schwarzwildpopulation weitergegeben wird, wie sie auf infizierte Tier wirkt, und dass es Teil der jagdlichen Hegeverpflichtung ist, der Seuchenausbreitung entgegenzuwirken sowie bei der unverzüglichen Tilgung der ASP im Ausbruchsgebiet mitzuwirken. Nicole Heitzig appellierte daher eindringlich an alle Jäger, das Schwarzwild insbesondere in der Kernzone und den Sperrzonen aber genauso landesweit konsequent zu bejagen, um weiteres Tierleid zu verhindern und gleichzeitig die Landwirtschaft vor erheblichen wirtschaftlichen Schäden zu schützen. In diesem Zusammenhang brachte sei auch die Forderung der Jägerschaft an die Politik noch einmal zum Ausdruck, die Vermarktungsverbote für Schwarzwildbret aus der Sperrzone zu überdenken und den Jägern einen Absatz für dort erlegtes Schwarzwild zu ermöglichen.


Von den örtlichen Jägern und Revierinhabern kamen zusätzliche Impulse: Die Öffentlichkeit solle noch stärker informiert werden, insbesondere Erholungssuchende müssten auf die Gefahr der ASP-Verbreitung hingewiesen werden. Gleichzeitig wurde die Forderung nach Einschränkungen der Freizeitaktivitäten im Ausbruchgebiet der ASP unterstützt. Die Jägerschaft betonte, sich um Ihrer Verantwortung gegenüber der Landwirtschaft bewusst zu sein, bat gegenüber den Vertretern der Landwirtschaft aber auch um die notwendige Absprache und Unterstützung bei der Bejagung. LJV-Vizepräsident Hans-Jürgen Thies betonte in diesem Zusammenhang die besondere Bedeutung von Bejagungsschneisen und der rechtzeitigen gemeinsamen Abstimmung zu deren Anlage. Auch örtliche logistische Abläufe wie zum Beispiel bei der Abgabe von Trichinen- und Blutproben sollen weiter optimiert und die gute und enge Zusammenarbeit mit den Veterinärbehörden ausgebaut und intensiviert werden. Behördliche Unterstützung wurde aus der Jägerschaft auch für solche Fälle erbeten, in denen einzelne Revierinhaber ggf. nicht alle Möglichkeiten der Schwarzwildbejagung ausschöpfen sollten.