Veranstaltung

Erfahrungsaustausch zur Afrikanischen Schweinepest im Kreis Olpe

Ministerin betont konsequente Bejagung und enge Zusammenarbeit mit Jägerschaft

Auf Einladung von Ministerin Silke Gorißen trafen sich Anfang Februar im Regionalforstamt Olpe Revierinhaber der von der Afrikanischen Schweinepest (ASP) betroffenen Jagdreviere, Vertreter des Kreises Olpe, benachbarter Kreise sowie beteiligter Institutionen und Organisationen zu einer Informations- und Austauschveranstaltung zur Schwarzwildbejagung in der Kernzone und der Sperrzone II. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der aktuelle Sachstand zur ASP-Lage in der Region.

Neben einem Überblick über das derzeitige Seuchengeschehen (https://www.lave.nrw.de/themen/tiere/tiergesundheit/tierseuchen/aktuelle-lage-der-afrikanischen-schweinepest) stellte die Ministerin gleich zu Beginn klar: Die ASP gilt in der Region erst dann als getilgt, wenn über einen Zeitraum von mindestens einem Jahr kein weiterer positiver Fund registriert wird. Für die Jagdpraxis bedeutet das: Der hohe Bejagungsdruck auf Schwarzwild muss aufrechterhalten werden – auch dann, wenn die Fallzahlen rückläufig sind. Ziel ist es, im Kerngebiet sowie in den umliegenden Bereichen die Bestände möglichst vollständig herunterzufahren, um eine weitere Viruszirkulation zu unterbinden.

Intensive Bejagung bleibt unerlässlich

Für die Revierinhaber heißt das konkret: Einzeljagd, Schwerpunktbejagung an Wechseln, konsequente Nutzung der Nachtzieltechnik im rechtlichen Rahmen sowie revierübergreifende Abstimmungen bleiben zentrale Instrumente. Gleichzeitig bleibt die strikte Einhaltung aller Hygiene- und Biosicherheitsmaßnahmen zwingend erforderlich, um Verschleppungen zu vermeiden. Die Vorsitzende der vom ASP-Ausbruch betroffenen Kreisjägerschaften forderten vor allem, in diesem Zusammenhang die jetzt in der Kernzone und der Sperrzone II gezahlten Aufwandsentschädigungen auf die gesamten Gebiete der betroffenen Kreise auszuweiten.

Seitens des Ministeriums und des Kreises Olpe wurde angekündigt, das Monitoring der ASP-Lage in den kommenden Monaten weiter zu intensivieren, um belastbare Informationen an Politik, Bund und EU weitergeben zu können. Gleichzeitig wurde betont, dass man die Jägerschaft dabei – wo erforderlich – aktiv unterstützen werde. Neben der sogenannten ASP-Jagdeinheit, deren Einsatz intensiviert werden soll, stehen hierzu zukünftig auch Ressourcen der Wildtierseuchenvorsorge-Gesellschaft zur Verfügung. Diese war bislang gemeinsam mit der Kadaversuchhundestaffel des Landes vor allem für das Auffinden und die ordnungsgemäße Beseitigung von ASP-Funden zuständig. Künftig sollen mithilfe angestellter Berufsjäger auch Maßnahmen zur Reduktion der Schwarzwildbestände unterstützt werden. Die Ministerin würdigte ausdrücklich die bisher geleistete Arbeit dieser Einheiten, die seit Ausbruch der maßgeblich und im engen Austausch mit allen Beteiligten zur Eindämmung des Seuchengeschehens beigetragen haben.

Wildschäden weiterhin zentrales Thema

Ein weiteres zentrales Thema der Veranstaltung war der Umgang mit Wildschäden, die seit Ausbruch der ASP im Kerngebiet sowie in der Sperrzone II entstanden sind. Hierzu konnten neue Informationen seitens des Ministeriums und des Kreises Olpe vorgestellt werden. Nachdem die Frage der Kostenübernahme bislang nicht eindeutig geklärt war, sagte der Kreis Olpe mit Unterstützung des Landes zu, die in der Kernzone entstandenen Wildschäden bis zum 31. März dieses Jahres zu übernehmen.

In der Sperrzone II, die das Kerngebiet umgibt, können Wildschäden durch den Kreis übernommen werden, sofern sie während des zur Errichtung der Zauntrassen erlassenen Jagdverbots entstanden sind. Zu diesem Zeitpunkt galt dort ein vollständiges Betretungs- und Nutzungsverbot bis zur abschließenden Errichtung der Schutzzäune. Auch wenn in der anschließenden Diskussion nicht alle offenen Fragen geklärt werden konnten, bestand jedoch Einigkeit bei allen Beteiligten, weiterhin geschlossen zusammenzuarbeiten, um das Seuchengeschehen schnellstmöglich einzudämmen und auszumerzen.

Erfahrungen für ganz NRW nutzbar machen

Dr. Walter Jäcker, stellvertretender Justiziar des Landesjagdverbandes Nordrhein-Westfalen, betonte die Bedeutung der im Kreis Olpe gesammelten praktischen Erfahrungen für ganz NRW. Der ASP-Ausbruch habe gezeigt, dass das Land dank intensiver Vorbereitung grundsätzlich gut gerüstet war und viele Maßnahmen zügig umgesetzt werden konnten. Gleichzeitig seien neue Herausforderungen aufgetreten, die in dieser Form nicht absehbar gewesen seien.

Gerade für die Jagdpraxis in anderen Regionen sei es wichtig, diese Erfahrungen in bestehende Notfallpläne, Übungen und Schulungen einfließen zu lassen. Denn klar ist: Sollte es erneut zu einem ASP-Ausbruch kommen, entscheidet das schnelle, abgestimmte und konsequente Handeln vor Ort – maßgeblich getragen von den vor Ort Betroffenen – über den Erfolg der Seuchenbekämpfung.

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